07. September 2010

Wasserführender Kamin als energiesparende Alternative

Ein Kamin oder ein Ofen sieht nicht nur dekorativ aus, sondern verbreitet vor allen Dingen im Winter eine wohlige Wärme. Mit einer wasserführenden Kaminvariante lassen sich zudem Energiekosten sparen.

An einem kalten Winterabend vor dem prasselnden Kaminfeuer zu sitzen, das ist für viele Menschen nach wie vor der Inbegriff der Romantik. Doch ein Kamin weckt nicht nur romantische Gefühle. In Zeiten, in denen die Strom- und Gaspreise in immer neue Höhen klettern, kann ein Ofen oder ein Kamin auch eine energiesparende Variante des Heizens darstellen. Zumal mit einem Kamin – je nach Modell und Installation – gleich mehrere Räume geheizt werden können. Allerdings müssen beim Einbau eines solchen Kamins bestimmte Vorschriften beachtet werden und so eignet sich auch nicht jeder Kamin für jede Immobilie. Eine Kaminvariante, die zwar in der Anschaffung etwas teurer ist, dafür aber beispielsweise auch dafür genutzt werden kann, das Brauchwasser im Haus zu erhitzen, ist ein sogenannter wasserführender Kamin. Dabei handelt es sich um einen Kamin, der über einen integrierten Wasserspeicher verfügt. Dieser integrierte Wasserspeicher sorgt dafür, dass die Wärme, die nicht zum Heizen der Räume gebraucht wird, an den Wasserkreislauf des Hauses abgegeben wird und so unter anderem dazu genutzt werden kann, das Duschwasser für den nächsten Morgen zu erhitzen.

Die Voraussetzungen für das Aufstellen einer solchen wasserführenden Kaminvariante sind dabei vergleichsweise gering. Notwendig sind unter anderem zwei Rohrleitungen. Eine für den Zufluss des Wassers, eine für den Abfluss. Außerdem muss ein entsprechender Stromanschluss für eine zu installierende Umwälzpumpe vorhanden sein. Die Rohrleitungen müssen an den Wasserkreislauf des Hauses angeschlossen werden, der Kamin benötigt außerdem, wie alle anderen Kaminarten auch, einen Anschluss an einen Schornstein. Verfügt das Haus darüber hinaus über einen Warmwasserspeicher, so kann das im Kamin erzeugte Warmwasser in den Brauchwasserkreislauf des Hauses eingefügt werden. Die Befeuerung des Kamins ist sowohl mit Holz als auch mit Briketts möglich. Ein weiterer Vorteil: Ein solcher Kamin kann auch vergleichsweise problemlos mit anderen Heizsystemen kombiniert werden, beispielsweise mit einer Fußbodenheizung oder einem Solarsystem.

In dem Raum, in dem der Kamin aufgestellt wird, erfolgt das Erwärmen des Raumes über eine große Glasscheibe vor dem Kaminfeuer mithilfe von sogenannter Strahlungsenergie. Die weiteren Räume des Hauses werden über die Fußbodenheizung oder Radiatoren mit Wärme versorgt. Überschüssige Energie kann in einem sogenannten Pufferspeicher zwischengespeichert werden. Mithilfe einer Steuerung kann diese Energie dann an anderen Stellen im Haus abgerufen werden. Um auf diese Weise effizient heizen zu können, empfehlen Experten pro Kilowatt ein Speichervolumen von rund 55 Litern. Zwar ist ein solcher Kamin in der Erstanschaffung etwas teurer als andere Heizungsarten, dafür liegen die Betriebskosten später deutlich unter den Kosten für eine Öl- oder auch eine Gasheizung. Wie hoch die Ersparnis ist, hängt dabei allerdings vom individuellen Wärmebedarf der Hausbewohner und von der Dämmung des Hauses ab.