10. August 2010

Aus der Völkerkunde ist das Ethnologie Studium geworden

Moderne Gesellschaften, soziale und kulturelle Entwicklungen werden immer komplexer, aber auch die wissenschaftliche Betrachtung dieser Phänomene hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt.

Die Ethnologie war hierzulande lange als Völkerkunde bekannt und zählt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zum Studienangebot der Universitäten. Fachlich steht die Ethnologie den Kultur- und Sozialwissenschaften sehr nahe, weswegen sie verschiedentlich auch als Kultur- und Sozialanthropologie bezeichnet wird. Ihre wissenschaftlichen Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, wo zunächst vor allem schriftlose Völker zum Forschungsgegenstand der Ethnologie wurden, bevor sich der Blickwinkel des Fachs stetig erweitert hat. Nach den Naturvölkern rückten fremde Völker und schließlich alle Völker und Kulturen bis zur Kultur an sich in den ethnologischen Fokus. Heute werden auch besondere Details moderner Gesellschaften, wie Migrantengruppen oder die neuen Medien, untersucht.

Das Themenspektrum der Ethnologie ist dieser Tage breiter denn je und bietet Studenten vielfältige Möglichkeiten für persönliche Schwerpunkte während ihres Wegs zum Bachelor oder Master of Arts. Als Regelstudienzeit für das Bachelor-Studium werden sechs Semester angenommen, bevor die Absolventen dann entweder den Master-Titel erwerben oder direkt ins Berufsleben wechseln können. Ethnologen erwartet in der Arbeitswelt eine Vielzahl an Karriereperspektiven, die von kulturellen Einrichtungen über internationale Unternehmen und die Entwicklungshilfe bis hin zu Medien oder der Touristikbranche reichen können.