10. August 2010

Online Girokonto ohne Schufa: Chance oder Risiko?

Immer wieder landen Angebote ausländischer Banken in privaten E-Mail-Fächern, die schnelle Lösung bei Problemen mit der Kontoeröffnung durch negative Schufa-Einträge versprechen. Doch ist dies eine sinnvolle Alternative?

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) dient zum Schutz von Geldgebern vor finanziellen Verlusten durch nicht zurückgezahlte Kredite. Sie betrachtet sich aber auch als Institution, die Verbraucher vor Überschuldung schützt. Diese Betrachtungsweise macht Sinn. Wer keine Kredite aufnehmen kann, kommt auch nicht in die Situation, sich mit der Rückzahlung zu überfordern. Was aber, wenn ein negativer Schufa-Eintrag auch den Zugang zu etwas so Notwendigem wie einem eigenen Girokonto behindert?

Von Rechts wegen steht jedem Bürger ein sogenanntes Basiskonto zu. Das wird nur im Guthabenbereich geführt und stellt für die Banken keinerlei finanzielles Risiko dar. In der Realität droht aber bei Kontenpfändungen oft die Kündigung durch die Bank. Dagegen kann man klagen. Das aber löst das Problem nicht. Denn eine Gerichtsverhandlung kostet Zeit, wo schnelle Hilfe gefragt ist.

Diese versprechen jetzt immer mehr Banken mit einem Girokonto ohne Schufa-Abfrage. Schnell und unkompliziert abgewickelt über das Internet und oft mit Sitz im Ausland. Sogar eine Kreditkarte rückt damit wieder in den Bereich des Möglichen. Der Verbraucherschutz jedoch rät von diesem Modell ab, denn es fallen dabei hohe Gebühren an. Alternativ dazu bieten sich Verbraucherinitiativen an, die Menschen mit Bonitätsproblemen bei der Eröffnung eines Kontos zur Seite stehen.